Selbstverständlich sind die Einschränkungen durch das Corona-Virus weder schön noch angenehm. Die einen kommen wahrscheinlich besser klar, sind weniger betroffen. Für die anderen ist es schlimmer.

Doch es ergeben sich auch Chancen. Wir alle haben gelernt, digitaler zu arbeiten. Gerade in den letzten Monaten ist die Akzeptanz, neue und digitale Medien zu nutzen, enorm angestiegen. Es werden auf einmal Dinge und Themen per Videokonferenz geklärt, die vor einem Jahr nur schwer für möglich gehalten wurden (z.B. Videosprechstunden bei Ärzten)!

Bestimmt haben die neuen Möglichkeiten zu kommunizieren auch Ihren Kundenkontakt verändert. Nicht bei allen Kunden- aber bei einigen. Und stellen Sie sich vor…

  • …manche Kunden würden jetzt auch eine Produkt- oder Kampagnenvorstellung per Video oder sogar einen Kaufabschluss in Betracht ziehen (z.B. weil es schneller geht, weil kein Außendienst im Büro oder am Empfang steht)
  • …ein(e) EinkäuferIn würde sogar lieber in Ruhe mit einem Außendienst über Video sprechen, da Sie sich dann weniger „bedrängt“ fühlt und in Ruhe im System den Bedarf abfragen kann
  • …Sie könnten eine effiziente C/D Kunden Betreuung über Video aufbauen
  • …Ihre Mitarbeiter könnten Termine, die in der geplanten Besuchstour nicht geklappt haben einfach per Video nachholen und wenigstens so die Zeit bis zum nächsten Besuch verkürzen
  • …Ihre Mitarbeiter verlagern Teile von weniger effizienten Touren (z.B. in dünner besiedelten Gebieten) einfach auf eine Video – Plattform und besuchen die Kunden seltener persönlich
  • …das Unternehmen spart Besuchskosten in dem 20-30% der Besuche virtuell durchgeführt werden
  • …Sie erhöhen die Reichweite und Frequenz Ihres Außendienstes, da durch weniger Fahrtzeiten mit der gleichen Arbeitszeit mehr Kunden betreut werden können
  • …Ihre Mitarbeiter sparen Zeit und Nerven, da Sie nicht beim Kunden warten müssen, bzw. immer wieder im Gespräch unterbrochen werden
  • …Ihr Außendienst kann kurzfristiger auf Änderungen bei Kunden reagieren und so seine Zeit immer wieder flexibel planen
  • …und, und, und

Sie sehen, es gibt viele gute Gründe, über einen solchen Ansatz nachzudenken – Sie könnten allerdings auch entgegnen: „Das klappt bei unseren Kunden / Mitarbeitern nicht“. 

Vielleicht ist das sogar so. Wir wissen es nicht. Es geht nicht um schwarz oder weiß – klappt oder klappt nicht. Die Frage ist doch vielmehr: bei welchen Kunden kann es klappen, wenn Sie es wollen.

Lassen Sie uns gemeinsam darüber nachdenken, wie es funktionieren kann. Ich bin überzeugt, dass einige Kunden diesem Weg in der Zukunft folgen werden. Keine 100% – allerdings bedeuten 15-20% mittel- bis langfristig eine enorme Effizienzsteigerung!

Ich freue mich auf Ihr Feedback und stehe Ihnen gerne für weitere Gespräche zur Verfügung.

Mit den besten Grüße, alles Gute!
Stefan Kemser

 

Viele Meetings finden zurzeit online statt. Auch hier kann es zwischen den Teilnehmern mal knirschen. Doch wie spreche ich Konflikte an, wenn jeder vor seinem Rechner sitzt?

Wir wünschen uns alle wieder zurück in eine „Normalität“. Doch es ist schwierig, sich zwischen Tagesgeschäft und den neuen Regeln und Vorgaben, Sorgen und Nöten der Mitarbeiter zu orientieren. Wie machen das andere? Tauschen Sie sich aus, suchen Sie gemeinsam Wege, mit den Anforderungen umzugehen.

Kümmern Sie sich um das Wesentliche: Inhalte, Absprachen und Ergebnisse!
Wir kümmern uns um Technik, Prozesse und Formalitäten!

Falls die „Wünsche-Fee“ gerade keinen Weg zu mir findet…

Nächstbeste Lösung statt Wunsch-Blockade:

Kennen Sie das? „Wenn es doch endlich… der Traum-Urlaub, der Traum-Job, das Wunsch-Haus, der Traum-Partner, Wunsch-Garten, -Figur, -Abend, -Wochenende …“

Und dieser Wunschtraum geht nicht in Erfüllung und ist definitiv oder absehbar nicht realisierbar? Oft denken, hadern, wünschen, trauern wir ihm nach, voraus, hinterher… und „investieren“ somit viel Energie in diesen nicht erreichbaren Wunsch. 

Zugleich hält uns jedoch dieser Wunschtraum davon ab, bzw. blockiert uns dabei, über Alternativen, z.B. die nächstbeste Lösung nachzudenken, zu prüfen und die Realisierung anzugehen.

Manchmal warten wir also auf die „Fee“, die uns drei Wünsche schenkt (und der 3. Wunsch lautet dann: „Nochmal 3 bitte!“). Es wäre einfach zu schön, wenn es ein solch traumhaftes Perpetuum Mobile gäbe …

Privat wie beruflich habe ich leider keine Fee in der Handtasche und lebe (meist gut und dankbar) mit der Realität.

Daher ist mein Vorschlag: statt im „stuck state“, in passiver, leidender Blockade zu verharren, machen wir uns doch lieber auf und SUCHEN & FINDEN aktiv die NÄCHSTBESTE Lösung! Wir können uns sehr bewusst ENTSCHEIDEN und in das HANDELN einsteigen!

Mit der 2. oder 3.-besten Lösung aktiv zu leben und unsere Energie dorthinein zu investieren – damit lebt es sich besser, als blockiert im Wunschtraum zu verharren. 

Versuchen Sie einmal diese drei Schritte:

  1. Zuerst bietet sich an, Alternativen zu sammeln: andere Ideen, Wege, Ziele – nehmen Sie sich einen Stift, schreiben Sie auf oder sprechen Sie vor sich hin, veranstalten Sie ein Brainstorm mit sich selbst … am Tisch, beim Spaziergang, wo immer Sie sich die Zeit dafür nehmen. Oder fragen Sie jemand anderen… vielleicht hat jemand einen guten Tipp / Idee für Sie!
  1. Dann beginnen Sie, die Ideen zu sortieren – z.B. nach Kriterien wie Nutzen & Aufwand, nach kurz-, mittel-, langfristig erreichbar.
    Eventuell ist es hilfreich in den Blick zu nehmen, welche Wirkungen / Einflüsse andere Menschen (Kollegen, Chefs, Kunden, familiäre Partner etc. …) und Rahmenbedingungen auf unserer Lösungen haben, die es zu betrachten und bedenken lohnt?
  1. Wenn die Alternativen betrachtet und abgewogen sind, sich eine nächstbeste Lösung herauskristallisiert und zugleich die Unterschiede zu weiteren, 3.besten und sogar nicht akzeptablen Varianten klar werden, dann fällt hoffentlich die Entscheidung für die JETZT best-mögliche Lösung leichter. 

Vielleicht hilft auch diese Tabelle, um diese Gedanken zu strukturieren:


Probieren Sie es doch mal aus! 

Wer Begleitung dazu möchte: im Coaching-Gespräch stehen wir gerne zur Verfügung, um mit Ihnen Ideen und Lösungen zu erarbeiten, abzuwägen und voranzutreiben! Wenn Sie möchten, versuchen Sie auch gerne vorab schon unsere Coaching-Kachel.

P.S.
Bitte verstehen Sie mich richtig: zu wünschen, zu träumen kann viel Energie geben und motivieren, denn vorschnell Wünsche aufzugeben, kann frustrieren und blockieren.

Und: solange wir bewusst und gewählt dem Traum nachträumen: OK! Bitte genießen! 

Um mit Annett Louisan zu sprechen: „Geh mir weg mit einer Lösung, sie wäre der Tod für mein Problem“ – hier vielmehr: „der Tod für meinen Wunschtraum“

Ihr Lied ist schön anzuhören: https://www.youtube.com/watch?v=XKDlNTEmBsU) 

  • vielleicht auch als paradoxe Intervention? Funktioniert recht gut – für sich selbst oder als Hilfestellung für andere – einfach mal ausprobieren!

In diesem Sinn: viel Erfolg bei der Umsetzung!
Ihre Sandra Kemser

Die meisten Menschen mögen es nicht, wenn sie zu etwas gezwungen werden. Sie möchten gerne Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten. Sie auch?

Im Gegensatz zu dieser Idee werden viele Aussagen und Aufforderungen mit einem „muss“ formuliert: z.B. „Du musst mir die Datei heute noch schicken“. Bei vielen Menschen meldet sich schnell eine innere Stimme: „Ich muss gar nichts!“ Und je nach Vorgeschichte miteinander zudem verschärft um: „Und für Dich schon gar nicht…!“

Warum ist das so? Diese Art der Aufforderung beinhaltet eben keine Wahlmöglichkeit und führt schnell dazu, dass sich das Gespräch verhärtet und sich vom Inhalt, bzw. vom ursprünglichen Thema (die Datei) entfernt. Es dreht sich dann um das grundsätzliche Verhältnis zwischen den beiden Personen (wer darf wem Anweisungen geben oder nicht).

Eine Möglichkeit, dieser Eskalation zu entgehen und dem Anderen trotzdem die eigenen Anforderungen zu verdeutlichen ist, ihm die Optionen aufzuzeigen und ihn entscheiden zu lassen (auch wenn Sie als Vorgesetzter das Recht auf Anweisung haben sollten!). So entgehen Sie eher der Situation, dass der andere Ihre Wünsche als Zwang oder Angriff interpretiert und dass das Gespräch in eine Grundsatzdiskussion über „wer darf wem was sagen“ abgleitet.

Versuchen Sie einfach stattdessen besser das gemeinsame Ziel (SOLL) oder ein Ziel im Interesse Ihres Gesprächspartners zu finden und verbinden Sie Ihre Aufforderung mit dem Ziel:
z.B. „Ich habe dich so verstanden, dass X dir auch wichtig ist? Um dies zu erreichen, ist es wichtig, dass ich die Datei heute noch erhalte. Schickst Du Sie mir – bitte!?“

oder: „Damit ich unserem Kunden die Antwort schnell geben kann, brauche ich die Datei – kannst Du sie mir heute bitte noch schicken?!“

Viel Erfolg mit diesem Tipp!
Sandra und Stefan Kemser


Unterscheiden Sie Inter-Personelle und Intra-Personelle Konflikte

Benutzen wir einfach einmal eine mögliche Definition von Konflikten:

Ein Konflikt liegt dann vor, wenn zwei Elemente gleichzeitig gegensätzlich und / oder unvereinbar sind (bzw. erscheinen!)

Wenn wir davon ausgehen, dass die zwei Elemente zwei oder mehr Personen sind, dann sprechen wir von einem typischen Inter-Personellen Konflikt:

  • Der Inter-Personelle Konflikt besteht immer zwischen Personen (zwei oder mehr -> analog zum Begriff Inter-Net)
  • Im Gegensatz dazu gibt es den sogenannten Intra-Personellen Konflikt der innerhalb einer Person entsteht und stattfindet (-> analog zu Intra-Net)

Für den Intra-Personellen Konflikt gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. In einem Menschen gibt es zwei (gegensätzliche) Wünsche, bzw. Vorstellungen, die nicht gleichzeitig erfüllbar sind
    Beispiel: Sie haben sich vorgenommen, jeden Abend Sport zu machen. Jetzt sitzen Sie, nach einem anstrengenden Arbeitstag zu Hause und ein Teil in Ihnen will zum Sport, der andere Teil will sich ausruhen. Hier entsteht, in Ihnen selbst, ein Konflikt!
  2. Die Wirklichkeit / Realität (IST) entspricht nicht Ihrer Erwartung (SOLL) an eine Situation oder an das Verhalten eines anderen Menschen
    Beispiel: Sie erwarten, dass jeder Ihrer Kollegen Sie mit Handschlag begrüßt. Wenn jetzt einer jedoch nur „Guten Morgen“ sagt, kann das schon zum Intra-Personellen Konflikt führen, Sie könnten sich ärgern – denn Ihre Erwartung wurde enttäuscht. 

Im Grunde lässt sich sagen, dass jeder Konflikt mit der Person geklärt werden „muss“, die betroffen ist: 

Das heißt, Inter-Personelle Konflikte können nur mit dem eigentlichen Konfliktpartner geklärt werden: es ergibt also wenig Sinn, einen Inter-Personellen Konflikt „in sich hinein zu fressen“ und es alleine zu versuchen. 

Gleichzeitig ist es schwer, bzw. stoßen Sie schnell auf Widerstand, wenn Sie versuchen, einen Intra-Personellen Konflikt mit einem Anderen als mit sich selbst zu lösen. Meist entsteht dann daraus (zusätzlich) noch ein Inter-Personeller Konflikt.

Beispiel: Sie finden, dass es sich einfach „gehört“ einem anderen zur Begrüßung die Hand zu reichen und reagieren auf das „Guten Morgen“ barsch und werfen dem Anderen vor, unfreundlich zu sein. Dadurch geraten Sie ggf. gleich noch in einen weiteren (Inter-Personellen) Konflikt mit dem Anderen, und ärgern sich selbst aber auch immer noch. Somit haben Sie dann schon zwei Konflikte!

Vielleicht denken Sie jetzt auch, dass Sie sich alles gefallen lassen sollen? Das ist so nicht gemeint! Selbstverständlich können Sie einen Anderen – bei einem Intra-Personellen Konflikt um „Mithilfe“ bei der Lösung bitten – ihn jedoch nicht dafür verantwortlich machen und zwingen! 

Zum Beispiel könnten Sie sagen: “Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir zur Begrüßung am Morgen die Hand geben würdest, das fände ich freundlich“. Und vielleicht ist das für den Anderen o.k. und alles ist prima. Oder Sie klären und vereinbaren für die Zukunft, welche Form der Begrüßung für sie beide akzeptabel ist?

Sie sehen, es ist gar nicht so schwer, damit umzugehen, wenn Sie klar haben, um welche Art von Konflikt (Inter- oder Intra-Personell) es sich handelt.

Um herauszufinden, ob es sich um einen Inter- oder Intra-Personellen Konflikt handelt, helfen Ihnen folgende einfache Fragen:

  1. Gibt es eine (klare, eindeutige!) Vereinbarung mit dem/der Anderen, auf die ich mich berufen kann?

Lautet die Antwort „Ja“, dann handelt es sich um einen Inter-personellen Konflikt:

Empfehlung: Klären Sie die Situation mit dem Anderen durch Feedback und erinnern und erneuern Sie die Vereinbarung!

  1. Warum sollte der/die Andere so handeln, wie ich es erwarte / mir wünsche?

Lautet die Antwort „Weil ´man` das so macht…! oder: „Weil es mir dann besser geht…!“, dann handelt es sich um einen Intra-personellen Konflikt: 

Empfehlung: Klären Sie zunächst für sich, ob der andere Ihre Erwartung (in dieser Situation) kennen kann und ob diese sinnvoll und angemessen ist. Erst auf dieser Basis ist ein Gespräch, Feedback, Klärung mit dem/der anderen konstruktiv möglich. 


Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Bearbeitung Ihrer Konflikte! Falls Sie Fragen oder Anregungen haben, rufen Sie uns gerne an.

Sandra und Stefan Kemser